Wie oft sollte ein Hund am Tag gefüttert werden?

Vorweg: Welpen und Junghunde sind außen vor, da hier ganz klar eine andere Futterfrequenz angebracht ist. Aber wie sieht es beim erwachsenen Hund aus? Viele vertreten die Meinung, dass der Wolf in der Regel auch nicht mehrfach am Tag Beute macht, dass einmal am Tag Fressen völlig ausreichend ist. Das ist ja von der Annahme her erst einmal völlig richtig. Viel wichtiger aber ist, der Hund sollte sich einmal am Tag richtig den Magen vollschlagen dürfen.

Warum ist das so?

Hunde und ihre Vorfahren sind Beutefresser. Soll heißen, Hunde oder auch ihre Vorfahren schlagen sich nachdem sie erfolgreich Beute gemacht haben erst einmal den Magen voll. Wenn der Magen dann voll ist, zieht sich der Hund an einen ruhigen Ort zurück, um sich seine Beute erneut „durch den Kopf gehen zu lassen“ und seine Beute danach in Ruhe zu fressen. Das ist ein gängiges Verhalten, welches allerdings bei unseren heutigen Haushunden weg gezüchtet bzw. abtrainiert worden ist. Es dient aber lediglich dem Überleben. Denn ein schlingender Hund überlebt und ein mäkelnder Hund wird ganz einfach verhungern.

Nur wenn der Magen richtig gefüllt ist, sind alle Drüsen zur Vorverdauung im Magen freigelegt und können somit ihren Job besser verrichten. Eine vernünftige Vorverdauung und ein Schutz des Magens ist somit gewährleistet. Das liegt daran, dass der Hundemagen von innen in Falten gelegt ist und zwischen den Falten die Drüsen sitzen. Erst ab einer gewissen Füllmenge sitzen diese Drüsen frei.

Hundemagen komp

Es dauert zwischen 72 Minuten und 4 Stunden bis die Nahrung den Magen passiert hat, je nachdem wie groß die Nahrungsbestandteile sind. Auch ist noch einmal interessant zu wissen, dass im Magen lediglich die Vorverdauung stattfindet und somit nur ganz geringfügig Nährstoffe aufgenommen werden. Die vollständige Nährstoffaufnahme findet vornehmlich im Mitteldarm statt.

Wir persönlich füttern Tura und Scooby trotzdem zweimal am Tag. Morgens ein wenig und abends nach dem letzten Gassigang gibt es dann den großen Rest. Dann können unsere Beiden in Ruhe verdauen und die Faltmägen können ihren Dienst verrichten. Auch ist dann das Risiko einer Magendrehung gering gehalten. Wir haben damit für uns persönlich die besten Erfahrungen gemacht. Tura hatte früher durch die zu kleinen Portionen am Vorabend, oft am nächsten Morgen noch zu viel Magensäure, der sie sich dann entledigen musste. Das Problem hatten wir seit der kleinen Umstellung nicht mehr. Außerdem versuchen wir uns nicht allzu sehr an feste Zeiten am Tag zu halten, da sonst die Hunde zu ihrer routinemäßigen Fressenszeit bereits Magensäure produzieren. Und wenn sich dann zeitlich mal was verschiebt, wie vor kurzem bei der Zeitumstellung, hat der Hund nicht nur einen Bärenhunger zu seiner gewohnten Zeit, sondern der Magen ist bereits sehr aktiv.

Schlussendlich ist jedes Tier mit seinem Halter individuell und jeder muss für sich den richtigen Weg finden. Wir hoffen euch mit diesem Artikel eine kleine wissenschaftliche Erklärung zu geben, warum einmal Füttern am Tag eine gute Idee sein kann.

Über Fragen und Anregungen freuen wir uns!